Meine Arbeitsweise: Wachskollagen

Mit religiösen und antiken Texten beschäftigte ich mich künstlerisch seit vielen Jahren. Ein Zyklus mit dem Gilgamesch-Epos entstand, ebenso einer mit dem Hohen Lied der Liebe und dann auch ein Zyklus über die Abenteuer des Odysseus.
Hierfür, sowie für eine Reihe kirchlicher Arbeiten, habe ich die Technik der Wachscollage entwickelt. Die Bilder entstehen durch wiederholtes meditatives Schreiben der jeweiligen Texte mit Pinsel und Aquarellfarben auf hauchdünne Japanpapiere. Übereinander geschichtet, zum Teil mit Blattsilber unterlegt, werden diese Blätter mit flüssigem Wachs zu einer transparenten Einheit verschmolzen. Zentrales bildnerisches Bauelement sind die Buchstaben.
Bei der Gestaltung der Abenteuer des Odysseus genügten mir die Buchstaben als alleiniges Gestaltungselement nicht mehr. Ich brauchte die Figuren der antiken Plastiken selbst. In Form von transparenten Fotografien sind sie in diesem Zyklus, neben Schrift und Farbe, als ein weiteres Bildelement in die Bildcollagen eingeflossen. Sie sind Zitate griechischer Plastiken, die ich überwiegend in der Glyptothek in München fand.